Reife Beute
Verkaufsstellen und Selbstpflückfelder unserer leckeren Erdbeeren Saison 2011
Früchte direkt vom Feld: In Westfalen-Lippe laden zahlreiche Höfe dazu ein, Erdbeeren und anderes Obst selbst zu ernten. Dabei bietet ein Ausflug auf ein Selbstpflück-Feld Spaß für die ganze Familie.
„Da ist noch eine ganz große!“ Ben bückt sich, nimmt die reife Erdbeere in seine Finger und pflückt sie ab. Wie eine kleine Trophäe legt der Siebenjährige die rote Frucht in sein Sammelschälchen – den Blick schon wieder auf den Boden gerichtet, auf der Suche nach neuer Beute. Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester Luisa (9) durchstreift er ein Erdbeerfeld des Hofes Mertin in Dortmund-Grevel. Selbstpflücker haben dort die Möglichkeit, das Obst eigenhändig zu ernten – ein Spaß für die ganze Familie. „Besonders die Kinder sind kaum zu bremsen, wenn es ans Erdbeerpflücken geht“, sagt Mutter Gaby Cöster.
Das Feld in Dortmund-Grevel ist eines von insgesamt rund 300 Erdbeerfeldern in Westfalen-Lippe, die während der Saison – ungefähr von Mitte Mai bis Ende Juli – zum Selbstpflücken einladen. Ein Trend, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, denn frischer gibt es die Früchte nirgends – und günstiger. Das selbst geerntete Obst ist in der Regel bis zur Hälfte billiger als im Hofladen und kostet oftmals sogar weniger als Supermarktware. „Das lohnt sich besonders für diejenigen, die Erdbeeren zu Marmelade einkochen möchten“, sagt Landwirtin Agnes Mertin. Stand der günstige Einkauf lange im Vordergrund, gewann in den vergangenen Jahren das Freizeitvergnügen immer stärkere Bedeutung. „Viele Eltern mit Kindern nutzen den Abstecher auf das Erdbeerfeld als Familienausflug“, sagt
Agnes Mertin.
So auch Familie Cöster: Ben und Luisa durchstreifen das Feld weiter auf der Suche nach reifen Beeren. Dabei landen jedoch nicht alle gepflückten Früchte im Sammelschälchen. „Wir müssen zwischendurch immer mal wieder eine probieren“, sagt Luisa und beißt in eine Erdbeere. Kein Problem – Naschen ist ausdrücklich erlaubt. Während es die Kinder vor allem auf die saftigen Leckerbissen abgesehen haben, freuen sich die Eltern auch über einen positiven Lerneffekt. „Die Kinder erfahren, wo die Lebensmittel, die sie essen, herkommen“, sagt Gaby Cöster. „Schließlich wachsen Erdbeeren ja nicht im Supermarkt.“
Aus diesem Grund bieten einige Höfe in Westfalen-Lippe auf ihren Erdbeerfeldern Führungen für Kindergartengruppen und Grundschulklassen an. Wie sieht eine Erdbeerpflanze aus? Woran erkennt man eine reife Erdbeere? „Wir erleben immer wieder, dass viele Kinder kaum etwas über die Früchte und ihre Herkunft wissen“, erzählt Agnes Mertin. Ben und Luisa hingegen wissen genau, worauf sie achten müssen: auf große rote Beeren – denn anders als bei anderen Früchten reifen Erdbeeren nach der Ernte nicht nach. Es nützt also nichts noch leicht grünliche Beeren zu pflücken. Diese sind und bleiben hart und geschmacklos.
Nach einer guten halben Stunde haben Ben und Luisa ihre Sammelschalen gut gefüllt. Mit reicher und reifer Beute schlendern sie zum Kassenhäuschen. Dort werden die Früchte gewogen: Rund zweieinhalb Kilo haben die beiden gepflückt. „Da können wir heute und morgen zuhause noch reichlich Erdbeeren naschen“, sagt Gaby Cöster. Denn: „Frisch schmecken sie schließlich am besten.“
Auf der Jagd nach roten Erdbeeren
Tipps für Selbstpflücker
Zum Sammeln eignen sich am besten flache Gefäße, da Erdbeeren sehr ruckempfindlich sind. Viele Höfe bieten Selbstpflückern entsprechende Schalen oder Körbe zum Verkauf an.
Die Beeren sollten zirka 1 cm oberhalb der Frucht am Stiel abgetrennt werden – am besten mit den eigenen Fingernägeln.
Gepflückt werden sollten ausschließlich reife Früchte. Noch leicht grüne Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht nach. - Mildes, sonniges Wetter eignet sich ideal zum Pflücken – möglichst morgens oder am Nachmittag.
Mit leichter, bequemer Kleidung pflückt es sich am besten. Bei starker Sonneneinstrahlung ist eine Kopfbedeckung unerlässlich.
Um die Pflanzen und Beeren zu schonen und sauber zu halten, ist das Rauchen und Mitbringen von Tieren nicht erlaubt.
Erdbeeren sind ein Frischeprodukt und sollten möglichst schnell verzehrt werden. Kühl gelagert halten sich Erdbeeren ein bis zwei Tage. Die ganzen Früchte oder Erdbeerpüree lassen sich auch einfrieren.
Wer im eigenen Garten Erdbeeren anbauen möchte, sollte Stroh unter den Pflanzen verteilen. So bleiben die Früchte trocken und sauber.
Tipps für den Erdbeerkauf
Sie sollten Sie Erdbeeren im besten Zustand kaufen, also vollständig ausgereift. Das erkennen Sie am besten daran, dass die Erdbeeren gleichmäßig rot sind. Erdbeeren mit weißen oder gelbgrünen Spitzen, oder hellrote Erdbeeren sind zu früh gepflückt worden. Erdbeeren reifen nicht nach!
Ab Anfang Juni kommen die ersten Freilanderdbeeren in den Handel. Die schmecken tatsächlich besser als die unter Folie gezogenen Erdbeeren, da man sie aber äußerlich nicht voneinander unterscheiden kann.